Aktuelles

 Verein „Zugkunft Lausitz“, 02829 Zentendorf, Zentendorfer Straße 38a

 

Gemeindeverwaltung Boxberg / O.L.
Südstraße 4
02943 Boxberg / O.L.

 

Offener Brief zum  Planfeststellungsbeschluss Ausbau Knappenrode – Landesgrenze, Abschnitt 2a

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Trunsch,

der Verein „Zugkunft Lausitz“ nimmt seit 2014 auch die Interessen der bisherigen Klittener Bürgerinitiative „Zu(g)kunft“ wahr.

Nach Veröffentlichungen über den unmittelbar bevorstehenden Start der Baumaßnahmen häufen sich die unbeantworteten Fragen und begründeten Sorgen der Einwohner und Gäste über die künftigen Chancen eines erholsamen Tourismus rund um den Bärwalder See bei gleichzeitigem Betreiben einer nahen Hochgeschwindigkeitsgüterstrecke mit einer Streckenkapazität von 170 Zügen pro Tag, welche bis zu 160 km/h durch das UNESCO - Biosphärenreservat und damit über das Territorium der Gemeinde Boxberg fahren sollen.

Dabei wird die Umsetzung der anspruchsvollen Ziele der Gemeinde Boxberg hinsichtlich der Entwicklung des Sees und der Sinn der Investitionen bezweifelt, denn es ist nach bisher vorliegenden Unterlagen kein Schallschutz für den unmittelbar an der Bahnlinie liegenden See vorgesehen!

Demnächst wird mit der öffentlichen Auslage der Unterlagen zum Planfeststellungsbeschluss hinsichtlich des uns besonders interessierenden Abschnittes 2a gerechnet.

Wir fordern Sie wiederum auf, diese Unterlagen genauestens zu prüfen und begründete Einwände mittels Klage fristgemäß einzureichen!  Ihnen sind der Sachverhalt und seine Konsequenzen hinreichend bekannt. Folgen Sie Ihrer eigenen Einschätzung, wie sie hinsichtlich des zu erwartenden Lärmes vom Truppenübungsplatz durch Sie selbst vorgenommen wurde!

Damit besteht auch für die Gemeinde Boxberg die letzte Gelegenheit, ihrer Pflicht nachzukommen und sich für die Interessen der betroffenen Anwohner hinsichtlich des Lärm- und Naturschutzes einzusetzen.  Erhalten Sie damit letztendlich die Lebensqualität der Bürger, sowie den Wert der im Landschaftspark Bärwalder See getätigten und vorgesehenen Investitionen, um Ihrem selbst gestellten Anspruch gerecht zu werden, formuliert auf Ihrer Homepage über den See:

„Mit seiner einzigartigen Landschaft, der Nähe zur Natur, den vielfältigen Angeboten an sportlichen und kulturellen Aktivitäten, ist der Bärwalder See für jeden Gast und Tourist ein lohnenswertes Ziel.“

Klitten, 7.5.2014 i. A. Lutz Grohmann
 

  


 

Wesentliche Erhöhung der Zugfrequenzen entlang der Bahnlinie Hoyerswerda-Falkenberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Sie sicherlich bereits aus den Medien erfahren haben, ist die Deutsche Bahn bereits seit einigen Jahren mit dem geplanten und mittlerweile teilweise begonnenen Ausbau der sogenannten "Niederschlesischen Magistrale" beschäftigt. Da dieser Ausbau vor allem in den Bereichen Schutz der Natur und Schutz der Anwohner diverse Wünsche offen lässt, haben sich entlang der Trasse mehrere Bürgerinitiativen gebildet, welche sich inzwischen unter dem Dach des neu gegründeten Vereins Zugkunft-Lausitz vereint haben.
Wir haben uns zum Ziel gestellt, den Ausbau der Niederschlesischen Magistrale kritisch-konstruktiv zu begleiten, um den aus ökologischer Sicht durchaus wünschenswerten Ausbau von Warentransporten auf der Schiene nicht nur zur Erfolgsgeschichte für den Betreiber werden zu lassen, sondern auch dafür zu sorgen, dass dies so verträglich wie möglich für Natur und Anwohner erfolgt.
Bei unseren Recherchen sind wir darauf gestoßen, dass die Gemeinden im weiteren Verlauf der Trasse teilweise noch gar nicht wissen, was da in Sachen Zugverkehr nach Abschluss des Bauvorhabens im wahrsten Sinne des Wortes auf sie "zurollt". Da auf dem neu zu bauenden Abschnitt Zugfrequenzen bis zu 180 Züge (fast ausschließlich Güterzüge) pro Tag mit bis zu 160 km/h bereits für 2020 prognostiziert werden, ist davon auszugehen, dass im weiteren Verlauf der Trasse mindestens vergleichbare Werte erwartet werden dürften. Dies würde bedeuten, dass tagsüber im Schnitt alle sieben, nachts alle dreizehn Minuten ein Zug durchfährt, und dass demzufolge Bahnübergänge entsprechend häufig und lange geschlossen sind. Je nach Taktung wäre etwa mit Schließzeiten zwischen 12 und 15 Stunden pro Tag zu rechnen.
Hinzu kommt, dass die Anwohner im weiteren Verlauf der Trasse (im Gegensatz zu den Anwohnern der auszubauenden Trasse zwischen Knappenrode und der polnischen Grenze) zumindest nach derzeitiger Gesetzeslage wohl mit keinerlei Lärmschutzmaßnahmen seitens der Bahn rechnen dürfen, da die Trasse selbst nicht verändert wird und es sich "nur" um eine Änderung der Zugfrequenz handelt...
Wie gesagt - wir begleiten den Ausbau kritisch-konstruktiv und sind daran interessiert, möglichst viele Gleichgesinnte an unserer Seite zu wissen. Sollten Sie Interesse an weiteren Informationen zum Projekt selbst haben, empfehle ich die Seite der Deutschen Bahn dazu, welche Sie unter https://www.deutschebahn.com/de/konzern/bauen_bahn/aus_und_neubauprojekte/knappenrode__horka/ finden. Sollten Sie Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit mit uns haben, würden wir uns über eine Antwort auf diese email freuen.

Mit freundlichen Grüßen,

Andreas Clauß (Mitglied des Vorstandes des Vereins Zugkunft-Lausitz)